Texte – Das Dritte Drittel

Jahresringe

Ein alter Baum

Die Scheibe des Stamms eines alten Olivenbaums hängt vor mir an der Wand. Jahresringe – enge und breite, Trockenheit, Sturm, Wachstum, Stillstand. Vielleicht haben auch Menschen solche Ringe. Und vielleicht ist das die eigentliche Kunst des Älterwerdens: nicht makellos zu bleiben, sondern tragfähig.

Der nächste große Shift

210831 KiubX @ SCL DEUTSCH.pptx

Am 1. Januar dieses Jahres begann mein drittes Drittel. Von heute auf morgen war ich Pensionist. Nach Jahrzehnten im Business fiel mir die Umstellung viel schwerer als erwartet. Das erhoffte schlagartige Glücksgefühl, das von reduzierten Zwängen ausgehen sollte, blieb aus. Das Leben ging einfach weiter, ohne dass es jemanden sonderlich interessierte, dass meines sich so … Weiterlesen …

5 Bücher, die mein Denken über das dritte Drittel verändert haben

Person hält ein aufgeschlagenes Buch und eine Tasse Kaffee in den Händen

💡 Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen – für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Meine Empfehlungen basieren stets auf meiner eigenen Einschätzung. Es gibt Bücher, die man liest – und Bücher, die einen lesen. Die fünf hier haben mich erwischt. Nicht weil sie laut sind, sondern weil sie leise die … Weiterlesen …

Poor Man Wanna Be Rich – Teil 2

Titelbild 'Poor Man Wanna Be Rich – Teil 2': Gitarrist in Schwarz-Weiss mit der Frage 'Glaubst auch du daran?'

Der Youtube-Algorithmus spülte mir kürzlich den Titel „Badlands“ in die Time Line. Mit dem hatte Bruce Springsteen 1988 sein erstes Konzert im Ostblock eröffnet. Warum das für mich so besonders war, habe ich im vorigen Blog erklärt. Jedes Mal, wenn ich den Titel höre, kehrt ein wenig der Begeisterung von damals zurück. Leise mitsingend blieb … Weiterlesen …

Poor Man Wanna Be Rich – Teil 1

Titelbild 'Poor Man Wanna Be Rich – Teil 1': Gitarrist in Schwarz-Weiss mit der Frage 'Glaubst auch du daran?'

Morgens 10:30 hatte ich die letzte Prüfung meines Studiums in Magdeburg bestanden. Ich war Ingenieur. Endlich! Erleichterung all over: Darüber, dass die Anstrengung des Lernens fürs Erste vorüber war. Normalerweise hätte man in dem Moment Freude über das Erreichte erwartet. Tatsächlich war ich voll davon, bis zum Rand. Aber im Zentrum des Glücks stand nicht … Weiterlesen …

Wenn Schweigen billiger wird als Reden.

Redner mit Mikrofon auf einer Bühne vor orangefarbener Wand und Publikum

Gestern Abend im Stadtcasino Basel, Richard David Precht steht allein auf der Bühne. Seit seinem Bestseller „Wer bin ich und wenn ja, wieviele?“, bin ich sein Fan. Und einer der Philosophie. Er und ich sind im gleichen Alter, was die Ähnlichkeit unserer Weltsicht begründen könnte. Die Kernbotschaft seines Vortrags und eines kürzlich veröffentlichten Essays: Mehr … Weiterlesen …

Altwerden ist nichts für Feiglinge

Nahaufnahme eines geschwollenen, geröteten Fußes – Gichtanfall

03:30, ein ziehender Schmerz im linken Fuß. Ein Gedanke drängt sich zwischen den Schlaf und mich: Gicht. Wieder mal. Leider weiß ich nur zu genau, was das bedeutet: tagelanges Kühlen und entzündungshemmende Medikamente. Solche Anfälle kommen ohne Ankündigung, sie rauben mir die Laune und ziehen mich runter. Dabei hatte ich mich so auf das lange … Weiterlesen …

Blyyb verschpiilt

Farbenfrohe leuchtende Laternen in der Dunkelheit bei einem Volksfest

Keine Sorge, die Überschrift ist kein Geheimcode, kein vogonischer Befehl zur Sprengung der Erde. Es ist das Motto der diesjährigen Basler Fasnacht und bedeutet „bleib verspielt“. Der Untertitel dazu: «Mir tiggen us» – wir ticken aus. Heute Morgen explodierte Basels Innenstadt mal wieder. Nicht mit einem Knall, aber laut war es schon. 11.500 Aktive und … Weiterlesen …

Seneca und die Bialetti

Bialetti Moka auf dem Herd

Eine „Bialetti Moka Express“ ist das Italienischste, das man als Fan des Stiefellandes sein eigen nennen kann. Wenn sie leise schnorchelnd den Raum mit Kaffeeduft füllt, wirkt sie wie ein Relikt aus alten Zeiten. Kaffee per Hand mahlen, Espresso in der Bialetti kochen … all das dauert viel zu lange, für das Tempo unserer Zeit. … Weiterlesen …

Wirksam werden.

Handwerker mit Arbeitshandschuhen verteilt Mörtel auf einem Ziegelstein

1981, mein erstes Lehrjahr, Baustelle Uniklinik Erfurt. Ich musste zwei Wände mauern, zum ersten Mal mit Mörtel. Solange der weich ist, kann man korrigieren. Nach dem Abbinden ist es aus, dann steht, was steht. Also muss man genau sein. Das gefällt mir. 36 Jahre später bin ich wieder in der Klinik. Ich hatte meinen todkranken … Weiterlesen …