Texte – Seite 2 – Das Dritte Drittel

Kleiner geworden

Es war ein Unfall. Kein dramatischer, keiner mit großem Knall – aber einer, der mich für eine Weile aus dem Leben herausnahm. Ich lag im Krankenhaus, hatte Zeit, hatte Schmerzen, hatte Gedanken. Wenn man auf einmal klein wird – körperlich hilflos, abhängig von anderen, auf das Wesentliche reduziert – sieht man manches klarer. Die Dinge, … Weiterlesen …

Was wir haben

Als wir 2011 unser Haus aufgegeben haben, ließen wir vierzig Kubikmeter Hausrat zurück. Vierzig. Das entspricht ungefähr zwei mittleren Umzugswagen. Wir hatten diesen Kram in zwanzig Jahren Ehe angesammelt, ohne je wirklich darüber nachzudenken, warum. Jedes Ding hatte eine Geschichte. Das Sofa, das zu groß war für den neuen Raum. Das Büchserial der ersten Ehejahre. … Weiterlesen …

Von gecrashten und neuen Träumen

Weihnachten. Das Fest der Familie, der Besinnung, der Träume. Auch das Fest der ehrlichen Bilanz. Vor zwei Jahren war mein Leben ein Scherbenhaufen. Nicht metaphorisch. Wirklich. Das Unternehmen war weg, das Haus war weg, ein Teil der Familie war weg. Die Träume, die ich mir über Jahrzehnte aufgebaut hatte, hatten sich mit einem Knall verabschiedet. … Weiterlesen …

Bin ich alt?

Mein fünfzigster Geburtstag naht mit großen Schritten. In wenigen Wochen ist es soweit. Und ich stelle mir diese Frage ernsthaft: Bin ich alt? Die Antwort ist komplizierter, als ich dachte. Körperlich: Ja, manches geht nicht mehr so leicht wie früher. Der Rücken meldet sich öfter. Das Aufstehen aus tiefen Sofas erfordert eine gewisse Entschlossenheit. Ich … Weiterlesen …

Der dicke Mann im roten BMW

Ich sitze in einem Café in der Innenstadt von Auckland. Draußen zieht das Leben vorbei. Manchmal beobachte ich die Menschen. Nicht voyeuristisch, eher neugierig. Es ist diese Neugier, die mich zu einem seltsamen Gedankenspiel verleitet hat. Da drüben parkt ein roter BMW. Nagelneues Modell, teuer, auffällig. Der Fahrer steigt aus. Er ist korpulent, trägt einen … Weiterlesen …

Unendlichkeit

6,45 Uhr morgens. Unsere Maschine beginnt mit dem Landeanflug auf Wellington. Es ist der frühen Stunde geschuldet, dass ich einem fantastischen Spektakel beiwohnen darf. Links von mir teilt ein Streifen Blau die Schwärze der Nacht. Kurz darauf schiebt sich Orange zwischen das Dunkel des Meeres und den Himmel und alles zusammen formt den Horizont. Immer … Weiterlesen …

Lebensbeulen

Kürzlich habe ich etwas über ein Thema gelernt, dass vor allem Frauen gern verdrängen. Es ging ums Altern. Nicht etwa, dass ich mich mit meinen 48 Lenzen alt fühlen würde. Nur bin ich natürlich nicht mehr ganz taufrisch, obwohl mich meine meist jugendlichen Mitschüler in der Sprachschule wie einen der ihren behandelten. Ich kam als … Weiterlesen …

Bist du bescheuert?

Kennst du das? Morgens kurz nach dem Aufstehen fängt dein Gehirn an zu tuckern. Sofort schießen dir Gedanken durch den Kopf. Wen musst du anrufen? Ist der Banktermin vorbereitet, das Meeting am Nachmittag und das Geschäftsessen am Abend? Hoffentlich liefert die Druckerei die Prospekte pünktlich? Firma, Job, Verpflichtungen, … Und am Ende: Ach ja, da … Weiterlesen …

Was hat dich bewogen auszusteigen?

Meine Twitterfollowerin »Ausstiegspunkt« stellte mir kürzlich diese Frage. Da die 140 möglichen Zeichen auf Twitter recht schmal für eine auch nur halbwegs aussagekräftige Antwort sind, nutze ich diesen Blog um mich in einer Erklärung zu versuchen. Vielleicht fällt mir ja in Zukunft noch mehr ein was aufzuschreiben lohnt und zur Rettung der Welt beitragen kann … Weiterlesen …