Archiv 2012–2017 – Das Dritte Drittel

86.400 – Ein Gedankenexperiment

86.400 Sekunden hat ein Tag. Nicht mehr, nicht weniger. Für jeden Menschen auf der Welt, egal ob König oder Bettler, egal ob gesund oder krank. Stell dir vor, jemand überweist dir jeden Morgen 86.400 Euro. Mit einer Bedingung: Du kannst nichts davon sparen. Was du bis Mitternacht nicht ausgegeben hast, verfällt. Morgen gibt es wieder … Weiterlesen …

Womit man zufrieden ist

Zufriedenheit ist ein unterschätztes Wort. Es klingt nach Resignation, nach »es reicht«, nach dem Ende des Strebens. Das ist falsch. Zufriedenheit – echte, innere Zufriedenheit – ist das Gegenteil von Gleichgültigkeit. Es ist das Wissen, dass das, was man hat, das ist, was man braucht. Nicht das, was man haben könnte, haben sollte, haben müsste. … Weiterlesen …

Bucket List

Was willst du noch tun, bevor du stirbst? Diese Frage klingt morbide. Sie ist es nicht. Sie ist die ehrlichste Frage, die man sich stellen kann. Denn sie zwingt zur Priorität. Sie lässt das Unwichtige fallen und fragt nach dem Kern. Ich habe meine Bucket List nie aufgeschrieben. Immer gedacht: das kommt noch, das hat … Weiterlesen …

Kleiner geworden

Es war ein Unfall. Kein dramatischer, keiner mit großem Knall – aber einer, der mich für eine Weile aus dem Leben herausnahm. Ich lag im Krankenhaus, hatte Zeit, hatte Schmerzen, hatte Gedanken. Wenn man auf einmal klein wird – körperlich hilflos, abhängig von anderen, auf das Wesentliche reduziert – sieht man manches klarer. Die Dinge, … Weiterlesen …

Was wir haben

Als wir 2011 unser Haus aufgegeben haben, ließen wir vierzig Kubikmeter Hausrat zurück. Vierzig. Das entspricht ungefähr zwei mittleren Umzugswagen. Wir hatten diesen Kram in zwanzig Jahren Ehe angesammelt, ohne je wirklich darüber nachzudenken, warum. Jedes Ding hatte eine Geschichte. Das Sofa, das zu groß war für den neuen Raum. Das Büchserial der ersten Ehejahre. … Weiterlesen …

Von gecrashten und neuen Träumen

Weihnachten. Das Fest der Familie, der Besinnung, der Träume. Auch das Fest der ehrlichen Bilanz. Vor zwei Jahren war mein Leben ein Scherbenhaufen. Nicht metaphorisch. Wirklich. Das Unternehmen war weg, das Haus war weg, ein Teil der Familie war weg. Die Träume, die ich mir über Jahrzehnte aufgebaut hatte, hatten sich mit einem Knall verabschiedet. … Weiterlesen …

Bin ich alt?

Mein fünfzigster Geburtstag naht mit großen Schritten. In wenigen Wochen ist es soweit. Und ich stelle mir diese Frage ernsthaft: Bin ich alt? Die Antwort ist komplizierter, als ich dachte. Körperlich: Ja, manches geht nicht mehr so leicht wie früher. Der Rücken meldet sich öfter. Das Aufstehen aus tiefen Sofas erfordert eine gewisse Entschlossenheit. Ich … Weiterlesen …

Der dicke Mann im roten BMW

Ich sitze in einem Café in der Innenstadt von Auckland. Draußen zieht das Leben vorbei. Manchmal beobachte ich die Menschen. Nicht voyeuristisch, eher neugierig. Es ist diese Neugier, die mich zu einem seltsamen Gedankenspiel verleitet hat. Da drüben parkt ein roter BMW. Nagelneues Modell, teuer, auffällig. Der Fahrer steigt aus. Er ist korpulent, trägt einen … Weiterlesen …

Unendlichkeit

6,45 Uhr morgens. Unsere Maschine beginnt mit dem Landeanflug auf Wellington. Es ist der frühen Stunde geschuldet, dass ich einem fantastischen Spektakel beiwohnen darf. Links von mir teilt ein Streifen Blau die Schwärze der Nacht. Kurz darauf schiebt sich Orange zwischen das Dunkel des Meeres und den Himmel und alles zusammen formt den Horizont. Immer … Weiterlesen …

Lebensbeulen

Kürzlich habe ich etwas über ein Thema gelernt, dass vor allem Frauen gern verdrängen. Es ging ums Altern. Nicht etwa, dass ich mich mit meinen 48 Lenzen alt fühlen würde. Nur bin ich natürlich nicht mehr ganz taufrisch, obwohl mich meine meist jugendlichen Mitschüler in der Sprachschule wie einen der ihren behandelten. Ich kam als … Weiterlesen …