Weihnachten. Das Fest der Familie, der Besinnung, der Träume. Auch das Fest der ehrlichen Bilanz.
Vor zwei Jahren war mein Leben ein Scherbenhaufen. Nicht metaphorisch. Wirklich. Das Unternehmen war weg, das Haus war weg, ein Teil der Familie war weg. Die Träume, die ich mir über Jahrzehnte aufgebaut hatte, hatten sich mit einem Knall verabschiedet. Crash. Ende. Nichts mehr.
Was macht man mit gecrashten Träumen? Man könnte in ihnen versinken. Die Trauer ist berechtigt. Der Schmerz ist echt. Aber irgendwann – und dieser Zeitpunkt ist für jeden anders – muss man sich fragen: Wie geht es weiter?
Die neue Antwort lautete für mich: reisen. Loslassen. Alles, was schwer ist, erst einmal hinter sich lassen und schauen, was bleibt. Was wirklich wichtig ist, wenn man es auf einen Rucksack reduziert.
Was geblieben ist: Katrin. Die Neugier. Das Schreiben. Der Glaube, dass das Leben noch Möglichkeiten hat.
Neue Träume entstehen nicht über Nacht. Sie wachsen langsam, aus dem Humus des Gescheiterten. Das klingt poetisch, ist aber schlicht die Erfahrung, die ich gemacht habe. Die besten neuen Dinge in meinem Leben sind aus dem Scheitern alter Dinge gewachsen.
Heute Weihnachten sitze ich in Auckland, weit weg von dem, was ich mal mein Leben nannte. Und doch: Ich bin näher bei mir als je zuvor. Das ist kein schlechter Ort für den Start ins neue Jahr.
Frohe Weihnachten.
Danke fürs Zuhören, Jue