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Hallo, ich bin Jürgen. Baujahr ’63, Babyboomer, Deutscher, lebe in der Schweiz und bin der Autor dieser Website. Seit 01. Januar 2026 bin ich „Pensionist“, wie man hier sagt. In Deutschland heißt das „Rentner“, kurz und knapp. Vorher war ich Lehrling, Maurer, Student, Ingenieur, Unternehmer, Millionär und Pleitier. In dieser Reihenfolge, leider nicht umgekehrt. Weltreisender war ich auch, Auswanderer, Heimkehrer, Ehemann, Volleyballer, Marathonläufer und Langstreckenwanderer. Auf vieles bin ich stolz, auf einiges nicht, und für manches schäme ich mich ab und an. Mein Leben hatte halt Schlaglöcher. Einige waren größer. Worauf ich jedoch immer und absolut stolz bin, sind meine Kinder und Enkel. Stefan, Jule, Paul und Hannah, das hier ist auch für Euch. Bleibt so prächtige Menschen.
Den ersten Twist nahm mein Leben im November 1989. Damals brach die DDR zusammen und der Westen übernahm. Mit 26 verschwand das Land, in dem ich geboren wurde, einfach so. Die DDR war vieles. Für mich zuerst Heimat, nicht mehr und nicht weniger. Im Austausch bekamen wir Möglichkeiten und die Aussicht, dass sich Leistung lohnen könnte. Hat geklappt, trotz einiger Stolperer. Ich war erfolgreich im klassischen Sinne. Als Unternehmer beschäftigten mein Bruder und ich schon wenige Jahre nach der Wende 150 Mitarbeiter. Mir ging es (wirtschaftlich) besser als den meisten „Ossis“, ich war vernetzt und anerkannt. Man suchte meine Nähe. Lange Zeit hätte ich mir nicht im Entferntesten vorstellen können, dass es einen Grund geben könnte, mich öffentlich über mein Leben zu verbreiten. Aber dann kam 2010. Das Jahr, in dem sich alles änderte.
Ohne Ankündigung, ohne Warnung, landete ich in der Klapsmühle: Burn-out, klinische Depressionen, das volle Programm. Ich fiel in ein Loch. Und habe mich herausgekämpft.
Meine damalige Frau und ich haben alles hinter uns gelassen und sind losgezogen. Wir bereisten die Welt, sind nach Neuseeland gezogen und haben uns dort verloren. Unterwegs ist etwas Wichtiges passiert: Ich fing wieder an zu leben, statt nur zu funktionieren. Es gab keinen Masterplan, ich wollte nichts „erreichen“. Aber ich lernte, wer ich bin, wenn ich nicht versuche, jemand anderes zu sein. Diese Reise und die Jahre danach haben mir gezeigt, dass das, was wir normalerweise als Krise sehen, auch und vielmehr eine Gelegenheit ist. Man braucht nur die Spielregeln ein wenig zu ändern.
Irgendwo unterwegs entstand die Idee, dass das Leben in Drittel aufgeteilt ist. Das erste sind Kindheit und Ausbildung, das zweite die Phase des Aufbaus, des Erschaffens und der Karriere. Das dritte Drittel — und hier wird es interessant — ist die Zeit, in der viele denken, dass nur noch der Abstieg kommt. Dass die besten Jahre vorbei sind. Ich glaube, das ist ein verhängnisvoller Irrtum. Das dritte Drittel des Lebens kann die bewussteste, eigenständigste und vielleicht sogar erfüllendste Phase unseres Lebens werden — wenn wir selbst entscheiden (können), wie wir sie gestalten wollen.
„Das Dritte Drittel“ ist deshalb kein Coaching-Programm, kein Selbsthilfe-Ratgeber und schon gar keine Anleitung, wie man leben sollte. Ich habe ein großes emotionales Problem mit Menschen, die anderen erklären, wie sie ihr Leben gestalten sollen, während sie selbst nie etwas riskiert haben oder verändert. Stattdessen möchte ich ehrlich erzählen, was passiert, wenn man die Spielregeln ändert. Was es kostet, woher die Zweifel kommen, welche Momente der Klarheit entstehen und wie man mit dem umgeht, was vorher undenkbar schien. Ich teile meine Gedanken, meine Texte und meine Geschichten. Damit möchte ich keine Antworten geben, sondern eine Beschreibung dessen, was es bedeutet, anders zu leben.
Vielleicht erkennst du dich in einer dieser Geschichten wieder. Vielleicht inspiriert dich eine andere, so wie sie mich inspiriert hat. Vielleicht widersprichst du mir auch grundlegend. Alle diese Reaktionen sind willkommen. Es ist nicht mein Projekt, dir zu sagen, wie es geht. Es ist mein Projekt, zu zeigen, wie ich es versucht habe. Und ich höre gern von deinen Versuchen.